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[Tutorial] Multibases selbst gestalten

Veröffentlicht: März 23, 2018 in Tutorials

Wer nicht ausschließlich Skirmisher-Systeme spielt, ist sicher schon einmal über die Möglichkeit gestolpert Multibases zu nutzen. Gemeint sind große Bases, auf denen mehrere Einheiten Platz haben.

Anhand eines Multibases für meine Kings of War Zwerge, möchte ich euch heute zeigen, dass die Herstellung eines solchen Bases kein Hexenwerk ist.

Um Anzufangen benötigen wir eine Grundplatte. Hier gibt es viele verschiedene Varianten. Denkbar sind hier MDF/Holz, Plasticcard, Architekturpappe usw. Diese müsst ihr dann nur noch in die für euch gewünschte Größe schneiden/sägen. In diesem Beispiel hier, nutze ich die Kunststoff Movement-Trays von Mantic, die in Abmessungen von 200x80mm (und größer) erhältlich sind. Auf der einen Seite haben sie eine Bodentextur (siehe Bild) und auf der anderen abgetrennte Rahmen, die zum platzieren einzelner Miniaturen gedacht und gleichzeitig Schnitthilfen sind. Diese nehme ich auch in Anspruch und teile die Platte in der Mitte, um 2 Bases a 100x80mm zu erhalten. Die typische Größe für ein Kings of War Regiment.

Als nächstes bringen wir Erhebungen auf, bzw. eine grobe Grundform. Dies könnt ihr durch Korkplatten, Rinde, Schieferplatten, Steine, Pappe oder so wie ich, mit Styrodur erreichen. Ich nehme mir einen Streifen Hartschaum-Überschuss und schneide mir 2 Stücke heraus.

Diese werden an den Kanten abgeflacht, um später einen sanfteren Übergang zur Grundplatte zu ermöglichen. Mit einem Bastelmesser/Skalpell schrägt ihr alle 4 Seiten ab. Das muss nicht wer weiß wie genau sein. Es lässt sich im nächsten Schritt alles überdecken! Klebt eure Stücke nun so wie ihr wollt auf euer Base.

Nach dem Trocknen schnappt ihr euch Spachtelmasse oder einen anderen „Filler“. Ich habe im Beispiel Fertigspachtel aus der Tube genommen. Diesen bringt ihr um eure Erhebungen herum auf.

Jetzt nehmt ihr euch ein Hilfsmittel zur Hand, um alles sauber zu verspachteln. Sollte eure Masse zu hart/schlecht zu bearbeiten sein, gebt etwas Wasser hinzu. Streicht die Masse gründlich über die Styrodurstücke und verspachtelt alles sauber.

Für einen Hügel mit durchbrechendem Fels, streicht ihr die Seiten schön glatt und gebt der Masse auf der Oberseite Struktur. Ihr könnt auch Teile der Seiten eine Struktur verpassen, um eine Felskante zu erschaffen.

Wenn alles trocken ist, kommt die Allzweckwaffe eines jeden Hobbyisten zum Einsatz: Der Holzleim! Verteilt diesen überall dorthin, wo ihr später Sand und Gras haben wollt und lasst raue Felskanten aus.

Nun wird das gesamte Base mit Sand bestreut. Solltet ihr Stellen übersehen haben, arbeitet ihr diese nach. Auf dem Bild ist gut die ausgesparte Felsoberfläche zu sehen.

Ist auch hier der Trocknungsprozess abgeschlossen, wird grundiert. Ob mit Spray oder blanker Farbe ist euch überlassen. Ich habe hier mit schwarzer Abtönfarbe gearbeitet.

Als Grundton für den Erdboden nutze ich einen dunklen Braunton, hier „Chocolate Brown 70872“ von Vallejo. Für den Fels „Uniform Grey“ von Army Painter. Die Farben trage ich dabei nicht komplett auf, sondern streiche etwas Farbe in einem Tuch ab. Nicht so viel wie beim Trockenbürsten, aber schon eine spürbare Menge. So gelingen euch fließendere Farbübergänge.

Im nächsten Malschritt folgen die Highlights. Ich nutze für den Erdboden „German Camo Beige WWII 70821“ von Vallejo und „Ash Grey“ von Armypainter für den Fels. Im Anschluss folgt eine weitere Schicht mit beiden Farben, denen aber etwas(!) weiß beigemischt wurde. Auf dem Foto ist der Schritt mit den unvermischten Farben zu sehen.

Nun nehmt ihr euch euer gewünschtes Grasstreu und klebt auch dieses mit Holzleim fest. Hier und da lasst ihr etwas Erdboden durchgucken, um das Base aufzulockern. Ihr könnt anschließend auch kleinere Kieselsteine an den Felshängen anbringen, Korkschnipsel oder echte Steine auf das Base kleben.

Es folgen die „Tufts“ eurer Wahl.

Nun wird noch der Baserand in der Farbe eurer Wahl bemalt und ihr seid fertig! Jetzt müsst ihr nur noch eure Miniaturen aufkleben.

Ich hoffe, ihr konntet mit dem Tutorial etwas anfangen und es ist alles gut nachzuvollziehen.

 

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Autoverwertung

Veröffentlicht: Oktober 29, 2016 in Gelände, Tutorials

Da Halloween ansteht, dachte ich mir, wird es Zeit für ein kleines Update in meinem privaten Project Z Aufbau. Zudem wollte ich etwas Neues ausprobieren und mache kurzerhand daraus ein Tutorial.

Da man in einer Zombieapokalypse nicht nur Zombies und Überlebende braucht, wird es mal Zeit für ein paar passende Geländestücke um das drumherum auszugestalten. Da trifft es sich gut, das ich quasi an der Quelle für ausrangiertes Spielzeug sitze…

Und so kam ich auf den sicherlich nicht neuen Einfall, aus den ganzen Sachen die weggeschmissen werden sollen, noch etwas zu machen. Denn was ist und bleibt bei einer Zombieplage noch Fabrikneu? Ich habe mir also ein altes, kaputt gespieltes Auto gesucht und mir zur Aufgabe gemacht, es noch mehr zu altern und „Zombiemäßiger“ machen. Wer jetzt kein altes Spielzeugauto zur Hand hat, kann an dieser Stelle seine Kinder fragen. Wer keine hat, hat jetzt einen guten Grund über Kinder nachzudenken.

Weiter im Text. Das gelbe ADAC Auto kommt ohne Seitentür, ohne Frontscheinwerfer, mit eingedellten Stoßstangen, diversen Lackabplatzern, fehlenden Reifen, einer kaputten Federung usw. daher. Kurz: Es ist perfekt!

 

Schritt 1: 

Ich habe das Auto mit Sekundenkleber auf ein zurechtgeschnittenes Stück Plasticcard geklebt. Dabei habe ich darauf geachtet, dass die Federung einseitig belastet ist. Somit „hängt“ das Fahrzeug einseitig herunter. Durch Sekundenkleber, welcher wahllos auf dem Base verteilt und kurz angedrückt wird, erhalten wir zusätzlich eine kaputt wirkende Oberfläche, die später unserer Straße eine tolle Struktur verleiht.

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Schritt 2:

Die Grundierung erfolgt mit schwarz, um den Innenbereich und spätere Schäden am Lack einfacher darstellen zu können.

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Schritt 3:

Nun werden die Grundfarben aufgetragen. Ich wollte ein dunkelgrünes Auto und habe mich für „Olive Grey“ von Vallejo entschieden. Die Farbe wird mit dem Pinsel bewusst unregelmäßig aufgetragen, sodass mal hellere und mal dunklere Stellen entstehen. Wenn die Grundierung durchkommt, macht das gar nichts, es ist sogar gewollt! Die Sitze hab ich in einem dunklen Braun, die Armaturen und das Lenkrad gräulich bemalt, bzw. angedeutet. Die Felgen sind in einem helleren Metallton bemalt. Im Anschluss wird das Ganze Modell mit einem sehr braunen Wash versehen. Es darf nach Herzenslust herumgesaut werden, dickere Stellen sind gewünscht! Ich rate dazu es auch wirklich mit einem Wash und nicht mit einem Dip zu versuchen, denn das Wash bleibt auch vermehrt an höheren Stellen haften, was man auf dem Bild gut sehen kann.

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Schritt 4:

Wenn alles trocken ist, wird das Auto wieder mit den Grundfarben bearbeitet. Aber Achtung: Für den richtigen „Schmuddellook“ wird die Farbe NICHT herkömmlich aufgetragen, sondern wir beginnen direkt mit dem Trockenbürsten des gesamten Modells. Ich habe den Grundfarbtönen mal weiß und mal schwarz beigemischt, um verschiedene Farbnuancen zu erhalten. Auf diese Weise wird das Fahrzeug mehrfach trockengebürstet. Nun folgen die Details. Andeutungen der Lichtreflexionen in den Scheiben, sowie Verwitterungen an Metallteilen, Lackschäden, Rost und ähnliches werden aufgetragen. Nach diesen Schritten sieht man sehr gut, wie die verschiedenen Farbtöne des Lacks durchschimmern:

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Schritt 5:

Es folgen ein paar Nachbearbeitungen an den Details, wie verlaufende Rostspuren, ehe es an die Basegestaltung geht. Hier möchte ich, dass das Auto auf einer alten Straße steht. Dazu wird das Base mit verschiedenen Grautönen bemalt. Ich gehe dabei so vor: Die erste Schicht wird wie der Lack unregelmäßig aufgemalt. Die weiteren Schichten werden vorsichtig aufgetupft. Dazu nehmt ihr einen alten, breiteren Pinsel und taucht ihn in die Farbe. Nun wird der Großteil wie beim Trockenbürsten in einem Tuch abgewischt und dann wahllos, mit unterschiedlicher Stärke aufs Base getupft. Details wie Dreck, gelbe Straßenmarkierungen und Unkraut werden zum Abschluss noch platziert.

Am Ende steht das fertige Auto! Ranzig, rostig, alt. So, wie es aussehen soll. Wer mag kann nun auch noch ein paar dezente Blutspritzer anbringen.

Mit den Comicartigen Reflexionen bin ich noch nicht 100% zufrieden und werd mir da vielleicht noch mal etwas überlegen. Vorerst bleiben sie aber dort, wo sie sind.

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Wer jetzt motiviert worden ist, noch mehr aus altem Spielzeug zu machen, der kann zum Beispiel auch Reifen wiederverwenden:

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Einen Transporter hab ich auch noch ergattern können, aber was aus dem wird, weiß ich noch nicht…